Amos Lee "Amos Lee"

Samstag, 04. April 2015

Schon nach den ersten Takten der vorab LP, erging es mir wie damals bei Norah Jones! Vor Jahren pries ich die junge Dame als "nicht aus der Musikwelt wegzudenken“. Und genau so fühlte ich mich bei Amos Lee! Eine bekömmliche süffige, eingängige Stimme, ohne zäh, klebrig oder zuckersüss wie Mellasse zu sein. Eine vollständige Entspannung aber nicht lasch wirkend, vibrierend aber nicht künstlich überzogen! Nach dem x-ten Mal hinhören, stellt sich bei mir keine Langeweile ein. Dass unter anderem auch Bill Withers und James Taylor zu seinen grossen Vorbildern zählen, ist eindeutig hörbar. Obwohl es ein ruhiges Album ist, verliert es keine Tiefe, es groovt auf eine süffisante Art und Weise. Einzig die Länge des ersten Albums mit etwas über fünfunddreissig Minuten lässt Wünsche offen. Der Partner von Norah Jones hinterlässt als Produzent auf dem Album "Amos Lee“ eine klare Handschrift. Eine weitere Veröffentlichung, welche für mich mit dem Markenimage von Blue Note nicht übereinstimmt, denn hier handelt es sich um eine soulig folkige Singer/Songwriter Scheibe und nicht um Jazz. Der 27-jährige Sänger, Gitarrist und Liederschreiber erblickte in Philadelphia das Licht der Welt. Er wird zukünftig ebenfalls von sich reden machen und ich sage ihm eine erfolgreiche musikalische Laufbahn voraus.

Wer keine Zeit hat das ganze Album durchzuhören oder es nicht gänzlich ungehört kaufen möchte, soll sich Track 4 "Give it up“ und auf der B-Seite Track 3 "Bottom of the barrel“ anhören!

© Sylvia Meyer - April 2015